BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Ratsfraktion Osnabrück

GRÜNE zu den Ergebnissen des Sozialmonitorings 2024

Alarmierende Befunde für den sozialen Zusammenhalt

04.04.25 –

Die Ergebnisse des Sozialmonitorings 2024 sind aus zwei Gründen besonders alarmierend:
Zum einen zeigen sie eine schleichende, aber kontinuierliche Verschärfung der sozialen Lage in Osnabrück. Zum anderen machen sie eine zunehmende sozioökonomische Segregation deutlich. Armut nimmt zu – und das Leben ärmerer Familien sowie älterer Menschen konzentriert sich immer stärker auf bestimmte Stadtteile.

Diese Entwicklung gefährdet langfristig den sozialen Zusammenhalt in unserer Stadt.

Handlungsauftrag an Politik und Stadtgesellschaft

Die Ergebnisse sind ein klarer Auftrag an uns alle, genauer hinzuschauen und konsequent gegenzusteuern. Der langfristige Erhalt und Ausbau sozialer Unterstützungs- und Beratungsangebote ist dabei von zentraler Bedeutung. Gleichzeitig braucht es im Alltag oft auch etwas, das sich nicht messen lässt: mehr Mitmenschlichkeit und Solidarität.

Quartiersarbeit wirkt – wenn sie konsequent umgesetzt wird

Dass positive Entwicklungen möglich sind, zeigen unter anderem Teile des Schinkel, wo sowohl bauliche Aufwertungen als auch die Arbeit des Quartiersbüros Wirkung entfalten. Auch in Haste und am Sonnenhügel sind Verbesserungen erkennbar.

Diese Beispiele machen deutlich: Soziale Lagen sind nicht statisch, sondern veränderbar. Umso wichtiger ist es, nicht nur sozialpolitisch zu reagieren, sondern Kinder-, Jugend- und Stadtentwicklungspolitik konsequent mitzudenken. Die Entwicklung der Quartiere und die Stärkung des Miteinanders spielen dabei eine Schlüsselrolle.

Vor diesem Hintergrund nehmen wir die Ergebnisse sehr ernst und werden in den kommenden Monaten insbesondere die Situation in den Stadtteilen Kalkhügel und Schölerberg vertieft in den Blick nehmen.

Kinderarmut bleibt ein drängendes Problem

Auch wenn die Kinderarmut im Vergleich zur Arbeitslosen- und Altersarmut leicht zurückgegangen ist, bleibt die Lage dramatisch: Fast jedes fünfte Kind in Osnabrück ist von Armut betroffen. Das ist ein Zustand, den wir nicht hinnehmen.

Armut zeigt sich dabei nicht allein in der Inanspruchnahme von Leistungen. Viele Betroffene erhalten keine Unterstützung, weil sie Informationen fehlen, sie an bürokratischen Hürden scheitern oder aus Scham auf Hilfen verzichten.

Konsequenz: Eine städtische Gesamtstrategie gegen Armut

Viele Ursachen von Armut lassen sich kommunal nicht direkt beeinflussen. Doch das, was wir vor Ort tun können, müssen wir auch tun. Als Konsequenz aus dem Sozialmonitoring fordern wir deshalb endlich eine städtische Gesamtstrategie zur Bekämpfung von Armut und ihren Folgen.

Sozialmonitoring weiterentwickeln

Die vorliegenden Ergebnisse bieten eine wichtige Orientierung. Für ein wirklich umfassendes Bild sozialer Ungleichheit braucht es jedoch eine Weiterentwicklung des Sozialmonitorings zu einem echten Armuts- und Reichtumsbericht.

Ein solcher Bericht muss auch Aspekte wie Bildung, Einkommen und gesellschaftliche Teilhabe berücksichtigen. Auf dieser Grundlage kann und muss dann auch die Verteilungsfrage offen und ehrlich diskutiert werden.

Die Ergebnisse des Sozialmonitorings 2024 gibt es hier.

Kategorie

Kinder, Jugend, Familie | News | Soziales | Stadtentwicklung

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