
20.08.26 –
Mit dem Ende der Sommerferien sind die Diskussionen zuhause, auf den Schulhöfen und Elternabenden wieder um ein Thema reicher: Die Qualität des Mittagessens in den Kitas und Schulen. Hatte es vor einigen Monaten noch so ausgesehen, als würde der Politik ein Vorschlag zur strukturellen Verbesserung der Situation vorgelegt, kommt es nun zu weiteren Verzögerungen. Wir fordern mehr Tempo ein und wollen in die Umsetzung kommen.
Seit mehr als 15 Jahren diskutieren wir über die Mittagsverpflegung in den Kitas und Schulen. Über die Vergabekriterien haben wir immer wieder versucht, an der Qualitätsschraube zu drehen. Seit 2013 gibt es einen eigens gegründeten Arbeitskreis aus Schüler-, Lehrer- und Elternschaft, Vertreter:innen der Hochschulen, Verbraucherzentrale, dem Gesundheitsdienst sowie Politik und Verwaltung. Aus diesem Gremium heraus wurden im letzten Jahr Vorschläge zur strukturellen Verbesserung des Ist-Zustands entwickelt. Diese sollten noch vor der Sommerpause dem Schulausschuss vorgelegt werden. Das ist nicht passiert. Wir hätten gerne schon im Juni eine Entscheidung getroffen. So droht de facto eine Verschiebung der politischen Diskussionen in das nächste Jahr, wenn der neue Rat seine Arbeit vollends aufgenommen hat. Das ist bedauerlich.
Im Mittelpunkt steht der Vorschlag, das Mittagessen künftig in Osnabrück selbst zuzubereiten statt, wie es aktuell größtenteils der Fall ist, es von externen Caterern aus anderen Städten anliefern zu lassen. Jedes Kind hat ein gutes Schulessen verdient. Für viele ist es die einzige warme Mahlzeit am Tag. Deshalb setzen wir auf Frische und Qualität aus Osnabrück. Damit hätten wir es selbst in der Hand. Kurze Wege sind auch gut fürs Klima und für die Förderung von Produzent:innen aus der Region. Unsere Präferenz sind mehrere Küchen über die Stadtteile verteilt. Sollte es aus wirtschaftlichen Gründen zielführender sein, eine zentrale Großküche zu schaffen, stehen wir dem offen gegenüber, auch wenn es dann bei Ausfällen zu Problemen kommen könnte. Die Hauptsache ist, dass die Qualität des Essens besser wird und die Kinder eine gesunde und vollwertige Mahlzeit erhalten, die schmeckt.
Die Umstellung auf städtische Küchen ist mit einigem personellen, finanziellen und logistischen Aufwand verbunden, jedoch nicht ohne Vorbild und zahlt sich langfristig aus. Zumal es auch in Osnabrück bereits bewährte Kooperationspartner:innen gibt. Wir müssen das Rad nicht neu erfinden. In Göttingen organisiert und steuert die Stadt seit fast 20 Jahren die Versorgung von über 30 Schulen und 13 Kitas aus einer Hand. An diesem Modell, das die Hochschule Osnabrück mitentwickelt hat, sollten wir uns orientieren. Was aber sind die Vorschläge der Verwaltung? Darauf warten wir. Und darauf, das Thema endlich in den Ausschüssen zu diskutieren. Weitere Verzögerungen können wir uns nicht leisten. Allein im nächsten Jahr laufen etliche Verträge vor allem für die Grundschulen im Ganztag aus, die dann wieder für einige Jahre an externe Caterer gebunden sein werden.
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Bildung | Kinder, Jugend, Familie | Presse | Pressemitteilung
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