03.02.26 –
Sachverhalt:
Die Oberbürgermeisterin hat in ihrer Handgiften-Rede auf die Leerstände in der Innenstadt Bezug genommen. Man werde bei Leerständen nicht einfach abwarten oder die Entwicklung dem Zufall überlassen. Gerade an zentralen Orten müsse man neue, innovative Wege gehen.
Vor diesem Hintergrund fragen wir die Verwaltung:
In ihrer Mitteilungsvorlage vom 10.02.2026 antwortete die Verwaltung wie folgt:
Zu 1.:
Auf Grundlage des aktuellen Handelsmonitors kann eine zusammenfassende Einordnung der Leerstandssituation in der Osnabrücker Innenstadt innerhalb des Wallrings gegeben werden.
Die Leerstandsquote in der gesamten Innenstadt innerhalb des Wallrings liegt derzeit bei rund 9 %. Hervorzuheben ist, dass sich diese Quote in der Gesamtschau seit der Corona-Pandemie stabil entwickelt hat und keine Erhöhung zu verzeichnen ist. Im Vergleich zu anderen Städten und Regionen ist diese Entwicklung zunächst positiv zur Kenntnis zu nehmen.
Gleichzeitig besteht weiterhin ein erheblicher Handlungsbedarf, da die Leerstandssituation innerhalb der Innenstadt stark lageabhängig ist. Exemplarisch sind folgende Bereiche zu nennen:
Diese Differenzierung verdeutlicht die Notwendigkeit gezielter und standortspezifischer Maßnahmen.
In den vergangenen Monaten wurden durch die Marketing Osnabrück GmbH (mO) verschiedene Pop-up- und Zwischennutzungskonzepte realisiert. Ziel dieser Maßnahmen ist es ausdrücklich, bestehende Lauffrequenzen an den jeweiligen Standorten zu stabilisieren und nicht zurückgehen zu lassen. Pop-up-Konzepte dienen dabei als temporäre Belebungsinstrumente und als Brücke hin zu möglichen dauerhaften Nutzungen. Eine vollständige Liste der Nutzungen findet sich im Anhang.
Darüber hinaus fand ein Austausch mit den in der Innenstadt tätigen Gewerbeimmobilienmaklern statt. Eingeladen zu diesem Innenstadt-Gipfel hatten die Oberbürgermeisterin und die mO. Ziel dieses Termins war es, die aktuelle Marktlage gemeinsam zu bewerten und Lösungsansätze zur Reduzierung von Leerständen zu diskutieren.
Ergänzend hierzu besteht ein fortlaufender Austausch zwischen der mO, Verwaltung und einzelnen Immobilieneigentümerinnen und -eigentümern. Dabei wird insbesondere darauf hingewirkt, dass Mietpreisstrukturen marktgerecht angepasst werden, um Hemmnisse für Neuvermietungen abzubauen.
Aktuell sind zudem neue Entwicklungen im Bereich der Krahnstraße zu verzeichnen, die unter anderem durch laufende Bauarbeiten sichtbar werden. Weitere Impulse entstehen im ehemaligen Gebäude Domhof 9 (Nachfolge: Café und Restaurant Ma) sowie an der Krahnstraße 3 (Nachfolge: Restaurant Welcome to Napoli), in der Krahnstraße 30 (Schmuck und Accessoires My Jewellery) und Krahnstraße 32 (Rabe Moden), wo neue Nutzungskonzepte vorbereitet werden.
In der Heger Straße konnten zuletzt weitere Neuansiedlungen realisiert werden (patio / Tapas Bar, flores / Blumenladen). Insgesamt weist die Altstadt damit nahezu keinen Leerstand mehr auf, was als positives Signal für die Attraktivität dieses Teilraums zu werten ist.
Da sich Leerstand auch immer im Zusammenhang mit der Gesamtattraktivität der Innenstadt entwickelt, soll auch auf die darauf abzielenden Projekte über das Förderprogramm Resiliente Innenstädte hingewiesen werden. Dazu gehören u. a. die Neugestaltung des Bahnhofsvorplatzes, die anstehende Sanierung des Erich Maria Remarque-Friedenszentrums, das Projekt „Große Straße zum Wohlfühlen“ oder die geplante „Qualitätsoffensive öffentlicher Raum Altstadt“ des OSB.
Von besonderer Bedeutung für die Gesamtentwicklung der Innenstadt und des Images des Handelsstandortes werden die unterschiedlichen öffentlichen und privaten Aktivitäten rund um den Neumarkt sein. So ist noch in diesem Jahr mit der Fertigstellung des Gebäudes Neumarkt 7a zu rechnen. Auch die Realisierung der Johannishöfe wird durch den Investor in Aussicht gestellt. Mit dem Umbau des öffentlichen Raumes setzt die Stadt Osnabrück ebenfalls ein Zeichen für die Entwicklung der Innenstadt.
Über das Quartiersmanagement im Johannis-Quartier wurde ein Netzwerk von Unternehmenden und Immobilieneigentümern aufgebaut, das sich gemeinsam für die wirtschaftliche Entwicklung der Johannisstraße einsetzen möchte.
Verwaltungsintern wurden Prozesse und Strukturen aufgebaut, um die Entwicklung der Innenstadt besser zu koordinieren und Maßnahmen und Projekte schneller umzusetzen. Kern ist eine 14tägig zusammenkommende Arbeitsgruppe mit den innenstadtrelevanten Dienststellen sowie eine „Taskforce Arbeitsebene Innenstadt“ mit Mitgliedern des Verwaltungsvorstandes.
Zu 2.:
Der Prozess zur Zwischenevaluation und zur Erarbeitung der Aktualisierung des Innenstadtprogramms wurde im Dezember 2025 angestoßen. Dem gemeinsamen Rückblick auf die 2023 gesammelten Projekte folgte die erste Zusammenstellung von neuen Projekten und Projektideen für den Zeitraum bis Ende 2032. Zurzeit läuft die Überarbeitung und Konkretisierung der Ergebnisse, die das Grundgerüst für das Innenstadtprogramm 2026 bilden werden. Dieses soll Politik und Öffentlichkeit im Frühjahr 2026 vorgestellt werden.
Zu 3.:
Seit Ende November 2021 hat die Verwaltung sieben Termine des Forums Innenstadt organisiert (10.11.2021, 23.02.2022, 29.11.2022, 08.03.2023, 28.11.2023, 17.06.2024 und 20.11.2024). Mit dem Forum Innenstadt hat die Koordinierungsstelle Innenstadt der Stadt Osnabrück versucht eine Austauschplattform zu aktuellen Entwicklungen und Projekten in der Osnabrücker Innenstadt zu schaffen. Zielgruppe sind engagierte Vertreterinnen und Vertreter aus Stadtgesellschaft, Politik und Verwaltung. Dabei wird ein geschlossener Verteiler mit allen für die Innenstadt relevanten Stakeholdern genutzt. Auf Anfrage wird dieser Verteiler flexibel erweitert und angepasst.
Trotz interessanter Themen und Impulse, ist die Teilnehmerzahl an den Treffen des Forums Innenstadt in den Jahren 2021 bis 2024 kontinuierlich zurückgegangen. Waren es bei dem Auftakttermin im November 2021 noch knapp 80 Teilnehmende, so nahmen im November 2024 nur noch 10 Teilnehmende aus Verwaltung, Stadtgesellschaft und Politik teil. Als Reaktion auf diese Entwicklung wurde das Format angepasst und vom Anspruch, zwei Termine im Jahr sowie Inhalte zu der gesamten Themenbreite der Innenstadt anzubieten, abgewichen. Dabei ist festzuhalten, dass Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung der Termine erhebliche Kapazitäten gebunden haben.
Die Teilnehmenden des letzten Forum-Termins haben sich darauf verständigt, dass zukünftig fachspezifische Treffen im Bedarfsfall organisiert werden. Bisher wurde der Bedarf von den einzelnen Organisationseinheiten der Stadtverwaltung nicht gesehen oder von externer Seite formuliert.
Stattdessen werden seitdem verstärkt andere Formate für den Austausch zu fachspezifischen Themen genutzt. Hierzu gehören unter anderem die o.g. Dialoge mit der Immobilienwirtschaft, der Aufbau eines neuen Formates zwischen Verwaltung und Einzelhandels- und Innenstadtakteuren sowie die Aktivitäten des City- und Quartiersmanagements. Auch im Zuge der konkreten Bearbeitung des Projektes „Große Straße zum Wohlfühlen“ ist eine umfangreiche Stakeholderbeteiligung vorgesehen. Insgesamt wird diese anlass- und zielgruppenspezifische Ansprache als deutlich effizienter und effektiver betrachtet.
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