
08.05.25 –
Mit der Reform des Straßenverkehrsgesetzes (StVG) und der Straßenverkehrsordnung (StVO) im vergangenen Jahr haben Städte und Gemeinden deutlich mehr Handlungsspielräume erhalten, um den Verkehr vor Ort sicherer, klima- und umweltfreundlicher zu gestalten. Neben der Verkehrssicherheit zählen nun auch der Schutz von Klima und Gesundheit ausdrücklich zu den Gründen, um verkehrsrechtliche Maßnahmen wie Tempo 30 anzuordnen.
Diese neuen Möglichkeiten wollen wir als GRÜNE Ratsfraktion konsequent nutzen.
Unser Fokus liegt dabei besonders auf dem Schutz von Kindern auf ihren täglichen Schulwegen. Viele Kinder sind eigenständig zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs – sie gehören zu den verletzlichsten Verkehrsteilnehmenden.
Wir wollen deshalb weitere Tempo-30-Zonen in Osnabrück ausweiten, um die Sicherheit und Gesundheit von Schulkindern nachhaltig zu verbessern. Weniger Tempo bedeutet kürzere Bremswege, geringere Unfallfolgen und weniger Lärm und Abgase – ein Gewinn für alle.
Mit unserem Antrag „Schulkinder schützen, Tempo senken“ im Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt fordern wir die Stadtverwaltung auf, die Einführung oder Ausweitung von Tempo 30 auf zunächstneun besonders sensiblen Straßenabschnitten zu prüfen:
Ellerstraße (zwischen Vehrter Landstraße und Knollstraße)
In der Dodesheide (zwischen Haster Weg und Ellerstraße)
Knollstraße (zwischen Ellerstraße und Liebigstraße)
Knollstraße, hilfsweise als „Lückenschluss“ zwischen den bestehenden Tempo-30-Abschnitten am Schulzentrum Sonnenhügel und dem Gehörlosenzentrum
Lerchenstraße (zwischen Hügelstraße und Haster Weg)
Lerchenstraße, hilfsweise als „Lückenschluss“ zwischen Marktplatz/Fußgängerampel und der abknickenden Vorfahrt Hügelstraße
Atterstraße im Bereich Teichweg/Grüner Weg zur IGS Eversburg
Die Eversburg (zwischen Süberweg und Von-Kerssenbrock-Allee)
Fürstenauer Weg im Bereich der Ampel und der Bushaltestelle „Schule Pye“
Bei allen vorgeschlagenen Straßen handelt es sich um stark frequentierte Schulwege oder um Bereiche im direkten Umfeld von Zebrastreifen, Kitas, Spielplätzen sowie Einrichtungen für Senior:innen und Menschen mit Behinderung.
Hinzu kommt: Auf diesen Straßen fehlt durchgehend eine sichere Radverkehrsinfrastruktur. Kinder und Jugendliche müssen mit dem Fahrrad auf der Fahrbahn fahren – ein unnötiges Risiko, das sich durch geringere Geschwindigkeiten deutlich reduzieren lässt.
Der Schutz der kleinsten Verkehrsteilnehmenden liegt uns besonders am Herzen. Die positiven Effekte von Tempo 30 überwiegen den organisatorischen Aufwand deutlich: mehr Sicherheit, weniger Lärm, bessere Luft und ein entspannteres Miteinander im Straßenverkehr.
Wir denken dabei auch an die Eltern, die ihre Kinder morgens mit einem guten Gefühl aus dem Haus schicken möchten.
Mit unserer Initiative gehen wir einen weiteren wichtigen Schritt hin zu sicheren und eigenständigen Schulwegen. Die nun vorgeschlagenen Straßenabschnitte sind ein Anfang.
Wir werden künftig systematisch prüfen, wo unter den neuen gesetzlichen Voraussetzungen weitere Verkehrsberuhigungen sinnvoll und umsetzbar sind – für mehr Sicherheit, mehr Lebensqualität und eine kinderfreundliche Stadt Osnabrück.
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