BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Ratsfraktion Osnabrück

Lebendige Quartiere: Kleingewerbe, Handwerk und soziale Infrastruktur stärken

Lebendige Quartiere: Kleingewerbe, Handwerk und soziale Infrastruktur stärken / Antrag der Gruppe Grüne/SPD/Volt in der Ratssitzung am 10.02.2026

04.02.26 –

Beschluss:

Die Verwaltung wird beauftragt, gemeinsam mit der WFO und dem städtischen Quartiersmanagement unter Berücksichtigung des mit dem Ratsantrag „Quartier für alle“ (VO/2018/2412-01) im Juni 2018 gestarteten Quartiersprozess ein Maßnahmen-Programm zur Sicherung und Reaktivierung kleinteiliger Gewerbestrukturen im Quartier zu entwickeln.

Ziel ist es, die Lebendigkeit der Stadtteile zu fördern, wohnortnahe Versorgung und soziale Infrastruktur zu sichern und lokale Wirtschafts- und Nachbarschaftsstrukturen zu stärken, um so generationengerechte Stadtteile zu ermöglichen.

Hierzu sollen insbesondere Anreize und Unterstützungsangebote geschaffen werden, die Neugründungen, kleine Handwerksbetriebe, Nachbarschaftsläden, gastronomische Angebote und Gesundheitsversorgung ermöglichen und fördern.

Die Verwaltung wird beauftragt, folgende Maßnahmen zu prüfen:

  • Stärkung der Zusammenarbeit von WFO und städtischem Quartiersmanagement im Bereich Gewerbe und Infrastruktur, um Neuansiedlungen, Zwischennutzungen und soziale Projekte in leerstehenden Gewerberäumen in Quartieren zu unterstützen.
  • Entwicklung einer Kommunalen Flächenbörse mit Fokus auf kleine Gewerbeeinheiten, inklusive Öffentlichkeitsarbeit mit der Wirtschaftsförderung, Handwerkskammer und IHK.
  • Einbindung des seit 2018 in Osnabrück beheimateten und seit 2020 von der WFO weitergeführten Konzepts „Wirtschaftsförderung 4.0“.
  • Einführung eines Modellprojekts „Mein Laden im Quartier“ zur Förderung niedrigschwelliger Geschäftsgründungen oder Prüfung von Anschubfinanzierung zur Herstellung geeigneter Geschäftsräume.
  • Vertiefung der Zusammenarbeit mit Hochschule und Universität Osnabrück in den Bereichen Gründungen, Co-Working, Wissenstransfer und urbane Interventionen (u.a. InnovationsCentrum, Transfer- und Innovationsmanagement, Stadtteilwerkstätten).
  • Ausweitung der Kooperation mit sozialen Trägern und Nachbarschaftsinitiativen, um leerstehende Gewerbeflächen für gemeinwohlorientierte Dienste (z.B. Bürgercafés, Reparaturwerkstätten, Ateliers) zu öffnen.

Sachverhalt: 

Immer mehr kleine Betriebe – Bäckereien, Schneidereien, Kioske, Lotto-Toto-Annahmestellen oder Handwerksläden – schließen in unseren Quartieren. Diese Läden waren über Jahrzehnte Orte sozialer Begegnung, wichtiger Teil der Nahversorgung und Ausdruck lokaler Identität. Oftmals sind sie neuem Wohnraum gewichen oder sie stehen weiterhin leer, weil zum Beispiel Nachfolger:innen fehlen, Mieten steigen oder neue Betriebe kaum geeignete Rahmenbedingungen finden.

Mit diesem Antrag sollen die bisherigen Anstrengungen im Bereich der Quartiersentwicklung weiter gestärkt werden. Das ist notwendig, um die Quartiere als lebendige, durchmischte Lebensräume zu erhalten und soziale wie wirtschaftliche Teilhabe zu sichern.

Ein aktives kommunales Programm, gezielte Förderung und Kooperation mit lokalen Akteuren können die Reaktivierung von Bestandsflächen fördern, neue Nutzungsideen ermöglichen und lokale Ökonomie sowie Nachbarschaft nachhaltig stärken.

Mit dem Rückgang solcher Strukturen gehen auch soziale Folgen einher:

  • Ältere Menschen verlieren wohnortnahe Einkaufsmöglichkeiten und Treffpunkte.
  • Die Wege für Alltagsbesorgungen werden länger und teurer.
  • Orte des nachbarschaftlichen Miteinanders schwinden, Quartiere verlieren an Lebensqualität.
  • Junge Selbstständige und Gründer:innen finden keine bezahlbaren Räume.

Eine aktive kommunale Steuerung ist deshalb unabdingbar. Der Blick in andere Städte liefert Beispiele guter Praxis:

a) München: Förderprogramm „Gewerbe im Quartier halten“
b) Hamburg: Projekt „NutzBar“ für Zwischennutzungen leerstehender Ladenlokale
c) Leipzig: Quartiersfonds zur Förderung von Nachbarschaftsprojekten in Erdgeschosslagen
d) Essen: Konzept „Revierpioniere“, das kreative und soziale Nutzungsideen unterstützt


gez. Jens Meier
Gruppe Grüne/Volt

gez. Susanne Hambürger dos Reis
SPD-Fraktion

Kategorie

Antrag | Arbeit, Wirtschaft | Soziales | Stadtentwicklung

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