15.04.26 –
Beschluss:
Der Rat der Stadt Osnabrück setzt sich für ein lebendiges, sicheres und vielfältiges Nachtleben in unserer Stadt ein.
Zur Stärkung und Weiterentwicklung der Osnabrücker Nachtkultur, ihrer Qualität und Sichtbarkeit und einer besseren Ansprechbarkeit, Vernetzung und Vermittlung bei Konflikten sowie der Förderung von Antidiskriminierung, Barrierefreiheit, Diversität, Kooperation, Sicherheit und Awareness wird die Verwaltung beauftragt, in Orientierung an der Stadt Hannover eine Koordinierungsstelle Nachtkultur zu schaffen.
Sachverhalt:
Schon zwischen April 2021 und März 2023 hatte Osnabrück als eine der ersten Städte in Deutschland einen Nachtbürgermeister. Dieser erwies sich inmitten der Corona-Pandemie als Glücksfall für die Gastronomie- und Clubszene. Allerdings stand in der Krise primär der Erhalt der Nachtkultur und weniger ihre Weiterentwicklung im Mittelpunkt. Nachdem die Stelle aus persönlichen Gründen nicht fortgeführt wurde, ging die Zuständigkeit in das Citymanagement der Marketing Osnabrück (mO.) über. Diese zusätzlichen Aufgaben können dort im Alltag aber nicht gleicherweise bearbeitet werden.
Eine lebendige und attraktive Universitätsstadt braucht eine breite Club-, Kneipen- und Konzertszene. Die in der Szene engagierten und kreativen Menschen und damit das Potential hat Osnabrück in jedem Fall. Zudem ist es nicht nur eine Frage von Freizeitangebot und Lebensqualität, sondern für die Stadt auch ein echter Standort- und Wirtschaftsfaktor.
Musikclubs und Clubkultur sind zentral für die kulturelle Vielfalt einer Stadt. Sie schaffen Räume für musikalische Praxis, fördern junge Künstler:innen und bieten ein niedrigschwelliges Kulturangebot, das Museen oder Theatern in seiner gesellschaftlichen Bedeutung ebenbürtig ist. Clubs sind Orte sozialer Integration, stärken den Zusammenhalt und prägen das urbane Lebensgefühl. Bundesweit wächst allerdings die Sorge vor dem Clubsterben. Die Branche hat sich nach Corona nicht erholt und viele Rahmenbedingungen haben sich verschlechtert. Mit dem Bastard Club und dem SubstAnZ sind auch in Osnabrück in letzter Zeit zwei beliebte Treffpunkte (vorerst) aus dem Nachtleben verschwunden. Die Stadt kann und sollte wieder eine aktivere Rolle einnehmen, um damit nicht nur kulturelle Vielfalt zu sichern, sondern auch ein stabiles, attraktives und lebendiges städtisches Umfeld zu schaffen.
In Hannover gibt es seit Oktober 2023 eine Koordinierungsstelle Nachtkultur, die von einem Mitarbeiter der Stadtverwaltung und einem Mitglied des Verbandes niedersächsischen Konzertkulturschaffender (KlubNetz e.V) verantwortet wird (https://e-government.hannover-stadt.de/lhhsimwebdd.nsf/AC6131B2715FA22AC125885C003BEE93/$FILE/1686-2022_Anlage1.pdf). Dabei geht es nicht nur um Ansprechbarkeit, Vernetzung und Vermittlung bei Konflikten, sondern vor allem um die Weiterentwicklung der Klub- und Konzertkultur, die Stärkung der Qualität und Sichtbarkeit der Nachtkultur sowie die Förderung von Antidiskriminierung, Barrierefreiheit, Diversität, Kooperation, Sicherheit und Awareness.
An diesem Modell könnte sich orientiert und zudem auf den Erfahrungen aus der Zeit des Nachtbürgermeisters aufgebaut werden. Denkbar wäre eine Ansiedlung der Koordinierungsstelle bei der Marketing Osnabrück in Kooperation mit einer von der Szene vorgeschlagenen Ansprechperson.
gez. Jens Meier
Gruppe Grüne/Volt
gez. Susanne Hambürger dos Reis
SPD-Fraktion
Kategorie
Antrag | Arbeit, Wirtschaft | Innenstadt | Kultur, Frieden | Sicherheit | Stadtmarketing
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