„ÖPNV ist Rückgrat der Mobilitätswende“

Mehrheitsgruppe sieht weiteres Zukunftspotential in der Region

Mehrheitsgruppe sieht weiteres Zukunftspotential in der Region

Die im Zuge der Haushaltsberatungen aufgekommene Debatte über die Finanzierung des Busverkehrs muss nach Ansicht der Mehrheitsgruppe von GRÜNEN, SPD und Volt auf solider Datengrundlage und klaren Zielen diskutiert werden. „Der Bus ist das Rückgrat der Mobilitätswende und für viele Menschen unverzichtbar. Deswegen darf es hier keine Rückschritte geben und es muss, allen Sparzwängen zum Trotz, ein attraktives Bussystem geschaffen werden“, erklären die Sprecher für Mobilität und Verkehr, Heiko Panzer (SPD) und Volkmar Seliger (GRÜNE).

In den Haushaltsberatungen hätten Verwaltung und CDU auf große Einsparungen beim Osnabrücker Busnetz gedrängt, obwohl seit längerem dazu interfraktionelle Gespräche stattfänden. Diese hätten vor dem Hintergrund der Stadtwerke-Krise das Ziel, das Angebot zu überprüfen, zeitgemäß aufzustellen und wo es geht Kosten zu sparen. Dafür haben GRÜNE, SPD und Volt erstmalig eine vollständige Datenerhebung zur ÖPNV-Nutzung in Auftrag gegeben. „Ohne gute Daten kann man Auslastung und Effizienz nicht steigern und auch die Kosten nicht senken. Im Blindflug gibt es keine Orientierung, die brauchen wir aber dringend. Ziel ist ja schließlich ein gutes Angebot“, so Seliger.

„Der ÖPNV in Osnabrück leidet unter den Corona-Einflüssen, Personalmangel und hohen Krankheitsausfällen, zudem gibt es Nachwuchssorgen. Doch es gibt auch positive Entwicklungen, die man beim temporären 9 Euro-Ticket sehr gut wahrnehmen konnte. Die jetzt kommenden neuen Tickets, das 49 Euro-Deutschlandticket der Ampelregierung und das 29 Euro-Ticket für junge Leute von Rot-Grün in Niedersachsen werden einen Nachfrageschub erzeugen und helfen, dauerhaft neue Kund:innen zu gewinnen“, erläutert Panzer.

Die Mehrheitsgruppe sieht angesichts von 25.000 Auspendelnden und 55.000 Einpendelnden insbesondere in der Regionalisierung, also der besseren Erschließung des Umlandes, noch großes Zukunftspotential. „Wir wollen einen funktionsfähigen ÖPNV, der die echten Bedürfnisse der Osnabrücker Busfahrenden abdeckt und die Stadt und die beiden umliegenden Landkreise gut vernetzt, um die Pendlerströme aufzunehmen“, macht Panzer deutlich. „Wir brauchen einen Takt, einen Tarif aus einer Hand in der gesamten Region. Auch beim Thema Verlässlichkeit und Pünktlichkeit müssen Stadt und Stadtwerke ihre Hausaufgaben machen“, ergänzt Seliger.

Die Stadt habe versäumt, mit gezielten Maßnahmen den Bus aus dem Stau zu holen und in den vergangenen Jahren so gut wie keine Busbeschleunigungsmaßnahmen umgesetzt. „Das ist jahrelang an der fehlenden Mehrheit und insbesondere an der CDU gescheitert, die jede Maßnahme zugunsten des Busses blockiert und einseitig auf das Auto gesetzt hat. In der Folge ist der Bus in Osnabrück Jahr für Jahr langsamer geworden und die Betriebskosten sind massiv gestiegen. Das ist ein unhaltbarer Zustand. Dem haben wir durch neue Zielmarken im Haushalt Einhalt geboten. Und wir haben eine Reihe von Maßnahmen zur Busbeschleunigung auf den Weg gebracht, so etwa an der Wersener Straße. Dieses Modellprojekt startet jetzt. Bei den anstehenden Veränderungen wird es zudem darum gehen, grundsätzlich Angebotsstrukturen zu erhalten und sensibel in das Streckennetz einzugreifen, um nicht heutige und zukünftige Buskund:innen in das Auto zu drängen“, betonen Panzer und Seliger abschließend.

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