BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Ratsfraktion Osnabrück

Umsetzungsstand Masterplan Innenstadt

Umsetzungsstand Masterplan Innenstadt / Anfrage der Gruppe Grüne/SPD/Volt im Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt am 12.03.2026

02.03.26 –

Sachverhalt:

Der städtebauliche Masterplan Innenstadt Osnabrück wurde nach einem mehrjährigen öffentlichen Beteiligungsprozess im April 2019 einstimmig im Rat beschlossen (VO/2019/3562). Er bildet seitdem die strategische, planerische und gestalterische Grundlage für die städtebauliche Entwicklung der Osnabrücker Innenstadt.

Im September 2024 wurde der Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt über den Abschluss der ersten Fortschreibung als auch eine räumliche Erweiterung des Masterplans Innenstadt in Kenntnis gesetzt (VO/2024/3186).

Vor diesem Hintergrund fragen wir die Verwaltung:

  1. Der Masterplan beschreibt für einzelne Teilräume der Innenstadt eine Reihe konkreter Ziele und Maßnahmen. Wie wird mit Blick darauf der Umsetzungsstand bei der Umgestaltung des Bereichs Altstadtbahnhof/Entrée Altstadt, der Hasestraße und der Großen Straße bewertet?
  2. Welche Priorität wird aktuell der Umsetzung des Zielbilds des „Wallrings als Boulevard“ gegeben?
  3. Die Möserstraße nimmt im Masterplan und vor allem in dessen Fortschreibung eine zentrale Rolle als Achse zwischen Hauptbahnhof/Lok-Viertel und der Innenstadt ein. Welche Schritte für eine resiliente Entwicklung dieser wichtigen Verbindung wurden bislang unternommen?


In ihrer Mitteilungsvorlage vom 27.04.2026 antwortete die Verwaltung wie folgt:

Zu 1.:

Altstadtbahnhof/Entrée Altstadt

Die Maßnahme Verbesserung der Radabstellanlagen im Umfeld des Altstadtbahnhofes wurde durch den Bau des Fahrradparkhaus und der Umgestaltung des Vorplatzes umgesetzt. 

Eine Minderung der Barrierewirkung des Wallrings im Bereich Altstadt-Entrée durch eine Umgestaltung bzw. einer Tunnelvariante wie im Masterplan Innenstadt vorgeschlagen, wurde bisher nicht weiter verfolgt.

Aufgrund der Sperrung des Neumarktes, den damit verbundenen Mehrverkehren und des nicht weitergeführten Projektes InnovRad Wallring und somit erforderlichen Anpassungen des Straßenraumes im Sinne des Umwelverbundes sind zwei grundlegende Rahmenparameter für die Pausierung des Projektes vorliegend. Erst mit der Fertigstellung des Verkehrsmodells wird die Verwaltung in die Lage versetzt, die Umverteilung der Verkehre und den dafür benötigenden Straßenraum einschätzen zu können. Erst in diesem Zuge kann die Planungsidee weiterverfolgt werden.

Die Prüfung eines Durchstichs am Bahndamm mit Anschluss an den Bahnsteig wurde aufgrund der zur Verfügung stehenden Kapazitäten (personell und finanziell) zunächst pausiert. Das Projekt wird zu einem späteren Zeitpunkt aufgenommen. Insbesondere der Höhenunterschied auf der Seite der Ziegelstraße wird zu erhöhten Planungsaufwendungen führen.

Hasestraße

Eine Umwandlung der Hasestraße in eine, wie im Masterplan Innenstadt vorgeschlagen, Umweltstraße wurde bisher nicht weiter verfolgt. Es wird davon ausgegangen, dass das zur Zeit durchgeführte Entwidmungsverfahren des Domhofes zu einer erheblichen Verminderung des KfZ-Verkehrsaufkommens in der Hasestraße führen wird. Das Entwidmungsverfahren zum Domhof wartet derzeit auf das Verkehrsmodell. Um eine rechtssichere Einschätzung zur Verlagerung der Verkehre darzustellen, ist es unabdingbar belastbare Verkehrszahlen und Prognosen vorzulegen. Aus diesem Grund wird auf die Fertigstellung des Verkehrsmodelles gewartet, um die Teileinziehung fortzusetzen.

Nach Durchführung des Entwidmungsverfahrens am Domhof ist die Situation in der Hasestraße neu zu bewerten.

Große Straße

Für die Große Straße hat das Referat Nachhaltige Stadtentwicklung zur Erhöhung des Grünanteils unter Beibehaltung der multifunktionalen Nutzbarkeit das Projekt „Große Straße zum Wohlfühlen“ aufgesetzt. Dafür wurden über das Förderprogramm „Resiliente Innenstädte“ Mittel für die Erarbeitung eines Maßnahmenplans eingeworben. Unter Einbindung von Marketing Osnabrück GmbH, Stadtwerken Osnabrück und Vertretern des Einzelhandels sollen durch das Büro Rehwaldt Landschaftsarchitekten in den kommenden Monaten gleichermaßen effektive wie verträgliche Maßnahmen entwickelt werden. Eine Umsetzung der Ergebnisse wird im direkten Anschluss für das Jahr 2027 angestrebt.

Zu 2.:

Für die Ausbildung eines Boulevards Wallring sind zunächst die verkehrlichen Voraussetzungen zu schaffen. Bereits im Zuge des Projektes InnovRad Wallring wurde unter größtmöglicher Anstrengung der Versuch unternommen, das Optimierungspotential ohne verkehrliche Eingriffe zu nutzen, was nicht im gesamthaften Umfang gelingen konnte.

Erkenntnisse aus dem neuen Verkehrsmodell sollten zunächst als Grundlage für die weitere Entwicklung am Wallring dienen. Aktuelle Maßnahmen (Knotenpunkt Süsterstraße Beseitigung einer Unfallhäufungsstelle, Ausbau Erich-Maria-Remarque-Ring) gehen schon aufgrund der anstehenden Sperrung des Neumarktes für den motorisierten Individualverkehr von einem unbedingten Erhalt der Leistungsfähigkeit aus, sodass die Zielsetzung des Masterplans ggf. ansatzweise erfüllt wird. Im Rahmen des Mobilitätsfahrplanes wird der Wallring bzw. das gesamte Verkehrssystem betrachtet. Hierbei wird das zuvor ausgewählte Leitbild bzw. die Strategie verfolgt. Allerdings wird deutlich, dass eine kurzfristige Umsetzung der beschriebenen Ziele aus dem Masterplan Innenstadt nicht umfänglich erreicht werden können.

Zu 3.:

Für die klimagerechte Umgestaltung sind ebenfalls dringende verkehrliche Fragestellungen wie die Neuordnung von Busrouten oder die Auswirkungen der geplanten Neumarktsperrung zu prüfen, dies unter Berücksichtigung neuerer Projektgedanken wie dem VeloCity-Ring. Eine Betrachtung aus dem Mobilitätsfahrplan kann erfolgen, aber nicht zum jetzigen Stand der Bearbeitung zugesichert werden.

Kategorie

Anfrage | Innenstadt | Stadtentwicklung | Verwaltung

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