Vielfalt nutzen - Steigerung des Anteils der Beschäftigten der Stadt Osnabrück mit Migrationsgeschichte

Vielfalt nutzen - Steigerung des Anteils der Beschäftigten der Stadt Osnabrück mit Migrationsgeschichte / Antrag der Gruppe Grüne/SPD/Volt in der Ratssitzung am 05.03.2024

01.03.24 –

Beschluss:

Die Verwaltung wird beauftragt, weitere Maßnahmen auf den Weg zu bringen, die im Ergebnis die Anzahl bzw. den Anteil der Beschäftigten mit Migrationsgeschichte bei der Stadt auch in höheren Besoldungs- und Entgeltgruppen deutlich steigern.

Dabei sollen auch verstärkt Beschäftigte mit Migrationsgeschichte gefördert werden, um die Vielfalt unserer Stadtgesellschaft auch in der Beschäftigungsstruktur der Stadtverwaltung abzubilden und die interkulturellen und sprachlichen Kompetenzen für die Stadt Osnabrück zu nutzen. Mit diesen Maßnahmen soll zugleich dem zunehmenden Arbeits- und Fachkräftemangel entgegengewirkt werden.

Der Rat begrüßt ausdrücklich den bisherigen Einsatz der Verwaltung in dieser Sache und beauftragt die Personalentwicklung, in Ergänzung weitere Maßnahmen zur Gewinnung und Qualifizierung von Menschen mit Migrationsgeschichte zu erarbeiten und dabei die folgenden Aspekte zu berücksichtigen:

  • die Ermessensspielräume innerhalb der rechtlichen Regelungen müssen genutzt werden, um eine größere Flexibilität bei Stellenausschreibungen und -besetzungen zu erreichen;
  • Beschäftigte mit einer Migrationsgeschichte sollen verstärkt die Möglichkeit und die Unterstützung erhalten, interne Lehrgänge erfolgreich zu absolvieren und Laufbahnen auf der gehobenen bzw. der höheren Verwaltungsebene zu erreichen;
  • das städtische Arbeitgeber:innenmarketing soll intensiviert werden, sodass die Friedensstadt Osnabrück noch stärker als attraktive Arbeitgeberin, insbesondere für Menschen mit Migrationsgeschichte, wahrgenommen wird. Dazu findet ein Austausch mit und ein gezieltes Werben in den entsprechenden Zielgruppen und Communities statt;
  • die Stadt Osnabrück bietet vermehrt Schulpraktika für junge Menschen mit Migrationsgeschichte an, um sich bereits bei jungen Menschen als attraktive Arbeitgeberin darzustellen und bewirbt diese Praktikumsangebote aktiv;
  • über die kommunalen Interessenvertretungen auf Landes- und Bundesebene soll darauf hingewirkt werden, dass die rechtlichen Voraussetzungen für die Anerkennung von Bildungs- und Berufsabschlüssen aus dem In- und Ausland verbessert werden;
  • es wird angestrebt, ab spätestens 2026 jedes Jahr je ein Ausbildungsprojekt für geflüchtete Jugendliche auszuschreiben.


Sachverhalt:

Die Vielfalt unserer Stadtgesellschaft in Osnabrück, in der rund jede:r dritte Bürger:in eine Migrationsgeschichte hat, bildet sich noch nicht in der Stadtverwaltung ab. Vielmehr sind Menschen mit einer Migrationsbiografie hier mit einem Anteil von 6% (siehe VO/2023/2145) weit unterrepräsentiert – insbesondere in höheren und höchsten Besoldungs- und Entgeltgruppen.

Die Erhöhung des Beschäftigtenanteils mit einer Migrationsgeschichte weist klare sozial-, bildungs- und integrationspolitische Vorzüge auf. Damit sorgt die Friedensstadt Osnabrück für mehr Chancengerechtigkeit und wird ihrer Vorbildfunktion als kommunale Arbeitgeberin gerecht. Zudem können Beschäftigte mit einer Migrationsbiografie durch ihren Bildungserfolg und aufgrund ihrer beruflichen Aufstiegserfahrung in der Stadtverwaltung als Vorbilder für andere Menschen fungieren und damit einen Beitrag zur gelungenen Integration leisten.

Bereits jetzt hat der Arbeits- und Fachkräftemangel die städtische Verwaltung und städtischen Gesellschaften erreicht (siehe hierzu u.a. VO/2023/2184-01). Durch den demografischen Wandel wird sich die Lage noch verschärfen. Auch von daher ist es wichtig, das Potential von Menschen mit Migrationsgeschichte stärker, als es bislang der Falls ist, zu heben.
 

Abweichender Beschluss:

Der Antrag wird gemeinsam mit dem Änderungsantrag (VO/2024/2881-01) zur weiteren Beratung in den Ausschuss für Personal, Chancengleichheit und Digitalisierung verwiesen.


Abstimmungsergebnis:

Einstimmig angenommen.

Kategorie

Antrag | Migration, Integration | Verwaltung

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