BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Ratsfraktion Osnabrück

„Müssen Gewalt in unserer Gesellschaft entgegenwirken“

GRÜNE/SPD/Volt sehen Handlungsbedarf mit Blick auf Kriminalstatistik

27.03.25 –

Die Polizeiinspektion Osnabrück hat die Kriminalstatistik für das Jahr 2024 vorgestellt. Demnach ist die Zahl der erfassten Straftaten in der Stadt im Vergleich zu den beiden Vorjahren auf knapp 17.000 Fälle zurückgegangen. GRÜNE, SPD und Volt im Rat sehen die Kriminalitätsentwicklung dennoch mit großer Sorge.

„Die gute Nachricht ist, dass die Zahl der Straftaten abgenommen hat und dass Osnabrück eine sichere Stadt ist. Schaut man sich die Ergebnisse der Polizeilichen Kriminalitätsstatistik genauer an, stellt man jedoch fest, dass die Gewalt zugenommen hat, mit der Straftaten begangen werden. Das ist eine neue Qualität, mit der wir uns auch politisch auseinandersetzen müssen. Warum Menschen beispielsweise Messer mit sich tragen, erschließt sich uns nicht. Wir brauchen Ansätze, die etwa über die Einbindung von Streetwork und Quartiersarbeit früher ansetzen, damit solche Delikte weniger werden. Prävention ist immer besser und auch günstiger als Strafverfolgung am Ende der Problemkette“, erklären die Fraktionsvorsitzenden von GRÜNEN und SPD, Jens Meier und Susanne Hambürger dos Reis.

Dass Kinder und Jugendliche bei schweren Straftaten immer häufiger zu Tätern werden, treibt die kinder- und jugendpolitischen Sprecher:innen der Mehrheitsgruppe, Martin Büker und Kerstin Lampert-Hodgson um: „Wir sprechen hier nicht von Ladendiebstählen oder Vandalismus, sondern von Raubdelikten oder auch Fällen der Verbreitung pornografischer Inhalte. Umso wichtiger ist es die Gewaltprävention zu stärken. Das gilt für die Kinder-, Jugend- und Schulsozialarbeit. Das heißt aber auch, dafür zu sorgen, dass Heranwachsende Raum für sich und auch mal ein Ohr zum Zuhören haben, wenn es Probleme gibt. Deshalb darf es gar nicht erst dazu kommen, dass bei einer vorübergehenden Schließung von Jugendzentren wie in Haste oder Schinkel keine Anschlussalternativen zur Verfügung stehen.“

Tief betroffen von der Zunahme häuslicher Gewalt zeigen sich die frauenpolitische Sprecherin der GRÜNEN, Diana Häs und die SPD-Fraktionsvorsitzende Susanne Hambürger dos Reis: „Über 1.600 Fälle und in der weit überwiegenden Zahl sind Frauen und Mädchen die Opfer. Die Dunkelziffer liegt viel höher. Wie auch bei Fällen sexueller Belästigung. Das ist die Krux mit der Polizeilichen Kriminalitätsstatistik: Viele Taten bleiben im Verborgenen, weil sie nicht angezeigt werden. Im Falle der Frauen und Mädchen aus Scham oder aufgrund von Abhängigkeitsverhältnissen. Frauen und Kinder brauchen unsere Unterstützung. Das ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Es kann nicht sein, dass Frauen in Not keinen Schutz finden, weil es zu wenig Frauenhausplätze gibt. Die Kommunen allein sind mit dieser Aufgabe überfordert. Das gerade noch vom alten Bundestag verabschiedete Gewalthilfegesetz ist ein wichtiger Schritt, der Rechtsanspruch von gewaltbetroffenen Frauen und Kindern auf Schutz und Beratung wird aber erst 2032 voll wirksam. Wir können nicht warten und müssen angesichts dieser bedrückenden Statistik endlich schneller werden bei der Umsetzung der Istanbul-Konvention zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und Mädchen.“

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Die Ergebnisse der Polizeilichen Kriminalstatistik der Polizeiinspektion für Stadt und Landkreis Osnabrück für das Jahr und auch für die Vorjahre sind hiereinzusehen.

Kategorie

Gleichstellungspolitik | Kinder, Jugend, Familie | Presse | Pressemitteilung | Sicherheit | Stadtentwicklung

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