
12.02.18 –
In der letzten Ratssitzung (30.01.2018) hatte der CDU-Fraktionschef Fritz Brickwedde behauptet, der geöffnete Neumarkt sei ein Beitrag zum Klimaschutz. Der Kritik an dieser Fehleinschätzung versuchte er mit einem vermeintlichen „Praxistest“ zu begegnen. Demzufolge sei eindeutig, dass mehr Kilometer durch die Neumarkt-Sperrung auch zu mehr Emissionen von Kohlendioxid führen würden. „Brickweddes spontaner Eindruck täuscht jedoch“, so Michael Kopatz, verkehrspolitischer Sprecher der GRÜNEN. „Tatsächlich führt jede Abkürzung zu mehr Verkehr. Ich halte Herrn Brickwedde für einen klugen Menschen und kann mir nicht vorstellen, dass ihm das nicht bekannt ist.“
Es sei hinreichend belegt, wenn beispielsweise weiter entfernte Orte durch eine neue Straße schneller erreichbar würden, sich der Radius für Pendelstrecken erhöhe. „Jede Abkürzung motiviert dazu, weitere Entfernungen in Kauf zu nehmen“, so Michael Kopatz. Die Menschen seien dann zwar zunächst schneller, fahren aber mehr. Umgekehrt verringere sich Verkehr, wenn Straßen geschlossen oder rückgebaut würden. Verkehr könne verschwinden, genauso wie er entstanden sei. Die Menschen änderten ihr Mobilitätsverhalten aufgrund der veränderten Verhältnisse. Auch dafür gebe es viele Beispiele. „Die im Ausschuss für Stadtentwicklung (08.02.2018) vorgestellten Ergebnisse zum Luftreinhalteplan bestätigen das“, betont der GRÜNEN-Ratsherr. Der geschlossene Neumarkt sorge demzufolge in Summe eindeutig für bessere Luft. Aus den Verkehrs-Zählungen sei zudem bekannt, dass sich die Zahl der Fahrzeuge in der Innenstadt bei geschlossenem Neumarkt um einige Tausend verringert hat. „Das ist nicht verwunderlich. Denn manche lassen den Wagen stehen, steigen aufs Rad oder nehmen den Bus. Andere wählen sogar ein anderes Ziel, denn nicht jeder Weg und jede Fahrt ist zwingend. Ob Friseur, Schneider oder das Schnäppchen im Supermarkt: Häufig gibt es Alternativen zum Auto als wirksamen Beitrag zum Klimaschutz“, so Kopatz abschließend.
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