
18.06.26 –
Vom 13. Juni bis 19. Juli findet anlässlich der Fußball-Weltmeisterschaft auf dem Ledenhof eine „Sommerarena“ mit Public Viewing, Musik und Party statt. Ein Besuch ist dabei kostenpflichtig. Wir hatten dazu am 2. Juni schriftlich Fragen zur Nutzung des Ledenhofs in die Sitzung des Ausschusses für Feuerwehr und Ordnung am 10. Juni eingebracht. Antworten seitens der Stadtverwaltung stehen bis heute aus.
In der Zwischenzeit hatte sich die Neue Osnabrücker Zeitung wiederum mit Fragen an uns gerichtet. Die Fragen und unsere Antworten veröffentlichen wir an dieser Stelle:
1. Was sind die Kritikpunkte der GRÜNEN Ratsfraktion an der Sommerarena bzw. deren Umsetzung auf dem Ledenhof?
Gemeinsame Events wie das Public Viewing von WM-Spielen sind super Ereignisse und viele Menschen – auch wir – haben Spaß daran. Hier werden allerdings auf einem öffentlichen Platz für sieben Wochen die Schotten dicht gemacht. Und teilnehmen können nur diejenigen, die mitunter viel Geld dafür bezahlen. Unserem Verständnis nach sollte der Ledenhof ein Platz für alle Menschen sein. Im Ergebnis haben wir jetzt ein Alando Open-Air auf dem Ledenhof, das donnerstags bis sonntags bespielt wird und keinerlei Bezug zur Umgebung aufweist. Die Schlossfassade, der historische Ledenhof mit der prächtigen Bepflanzung oder der Blick auf die Katharinenkirche: Wer in der Sommerarena ist, kann es nicht mehr wahrnehmen. Ein solcher Aufbau hätte auch an einem weniger zentralen Ort erfolgen können, zum Beispiel auf dem Gelände der Halle Gartlage.
2. Was wären aus Ihrer Sicht bessere Alternativen gewesen in Bezug auf ein Public-Viewing-Format?
Ein Public Viewing, das auch wirklich public ist. Sprich kostenlos und die Finanzierung erfolgt über den Verkauf von Essen und Getränken. Wie das gehen kann, zeigen zum Beispiel Hannover und Münster. Vermutlich hätte das Risiko von schlechtem Wetter oder einem frühen Ausscheiden der deutschen Mannschaft abgefedert werden müssen und leider ist auch die Absicherung von Veranstaltungsgeländen mittlerweile aufwendig und teuer. Der Ledenhof ist dafür geeignet, da die Wohnungen im ehemaligen Pflegeheim erst im Herbst bezogen werden. Diese Grundsatzfrage, kommerziell mit Eintritt oder öffentlich, hätten wir gerne diskutiert.
3. Wie könnte der Ledenhof in Zukunft (besser) genutzt werden?
Für die Nutzung des Ledenhofs scheint es noch keinen richtigen Plan zu geben. Deshalb stellen wie ja genau die Frage, wie und für wen der Ledenhof sein soll. Ein Treffpunkt? Dann braucht es definitiv mehr Grün und Schatten. Eine Veranstaltungsfläche? Dann mit klaren Regeln, wer den Platz wie nutzen kann. Darüber sollten wir einmal gemeinsam mit den Menschen in unserer Stadt diskutieren. Unter Umständen ist auch ein Mix aus Begegnungs- und Veranstaltungsfläche möglich. Ein wichtiger Aspekt dabei ist der tolle Wochenmarkt am Donnerstag. Mehrmals im Jahr den Standort zu verlegen, ist für die Beschicker:innen und Kund:innen nicht tragbar.
4. Wie könnten mögliche Regeln für eine Nutzung des Ledenhofs als Veranstaltungsfläche aussehen? Auch im Hinblick auf andere Veranstaltungen auf der Fläche.
Da müssen sich Verwaltung, Stadtmarketing und Politik offenbar noch herantasten und es gemeinsam mit Vereinen, Institutionen, Kultur- und Eventveranstaltern als auch den Bürger:innen entwickeln. Das kann auch ein „learning by doing“-Prozess sein. Uns ist wichtig, dass der offene Charakter des Ledenhofs gewahrt bleibt, der Platz nicht über Wochen unzugänglich ist und hier auch nicht kommerzielle Veranstalter ihren Raum finden.
5. Wie steht die Fraktion zur Höhe der Sondergebühr, die für 7 Wochen Sommerarena auf dem Ledenhof gezahlt werden müssen (circa 25.000 Euro)?
Wir haben die Verwaltung bereits vor mehr als zwei Wochen offiziell gefragt, welche Sondernutzungsgebühr für die Sommerarena erhoben wird. Eine Rückmeldung steht leider bis heute aus. Die von Ihnen berichteten 25.000 Euro würden im Schnitt rund 500 Euro pro Tag ergeben. Die städtische Gebührenordnung sieht einen relativ breit gefächerten Gebührenrahmen vor. Wir möchten schon etwas genauer wissen, wie dieser Betrag errechnet wurde. Bei der Menge an Veranstaltungen, insbesondere von Partys und Konzerten, erscheint die Gebühr zumindest nicht zu hoch. Ist das der künftige Standard für alle kommerziellen Veranstaltungen auf dem Ledenhof?
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