
25.06.26 –
Ziel der Kreislaufwirtschaft ist es, Rohstoffe und Produkte so lange wie möglich zu nutzen, sie bei Bedarf zu reparieren, wiederzuverwenden und zu recyceln. Wir wollen die bisherigen Aktivitäten stärken, die es in Osnabrück gibt – von Initiativen der Wirtschaftsförderung, der Handwerkskammer und auch den Hochschulen über Abfall- und Recylingplätze und Kreislaufkioske des Osnabrücker ServiceBetrieb (OSB) bis hin zu bürgerschaftlichen und sozialen Projekten wie Repair-Cafés, Fahrradwerkstätten und Tauschschränke in den Stadtteilen.
Das schont Ressourcen, schützt Klima und Umwelt und stärkt uns auch ein Stück weit die Unabhängigkeit von globalen Lieferketten und wechselhaften Rohstoffpreisen. Das hat nicht nur die Bundesregierung erkannt, die noch unter SPD, GRÜNEN und FDP die Nationale Kreislaufwirtschaftsstrategie (NKWS) verabschiedeten, die nun mit dem in diesem Monat beschlossenen Aktionsprogramm Kreislaufwirtschaft umgesetzt wird, für das bis 2029 insgesamt 260 Millionen Euro aus dem Klima- und Transformationsfonds (KTF) eingeplant sind. Auch die deutsche Industrie sieht in der Circular Economy einen Wachstumsmotor mit erheblichem Potential: Studien summieren das Wertschöpfungspotential für die deutsche Industrie in den nächsten 20 Jahre auf bis zu 880 Milliarden Euro.
Wir wollen die vielen laufenden Aktivitäten bündeln, noch sichtbarer machen, weiterentwickeln und neue Handlungsfelder einbeziehen. Dafür schlagen wir in unserem Antrag für die Ratssitzung am 30. Juni die Entwicklung einer Osnabrücker Kreislaufwirtschaftsstrategie (OKWS) auf Grundlage konkreter Maßnahmen vor. Ansatzpunkte gibt es viele: Eine funktionierende Altkleidersammlung und -verwertung, ein Beschaffungswesen, das auf materialgesunde und kreislauffähige Produkte mit einer positiven Wirkung auf Mensch und Umwelt setzt, eine Stärkung von Sharing- und Mehrwegsystemen oder ein Cradle to Cradle-Ansatz beim Bau. Im Zuge dessen ist auch eine regionale Bauteilbörse zu prüfen, die nach den vorhandenen Vorbildern Rückbau, Prüfung, Zwischenlagerung und erneute Vermittlung geeigneter Bauteile organisatorisch bündelt. So wird Weiternutzung ermöglicht und Abfall reduziert. Die Erarbeitung der Osnabrücker Kreislaufwirtschaftsstrategie soll unter Einbindung der zentralen Akteure einschließlich interessierter Bürger:innen sowie gegebenenfalls mit Unterstützung eines externen Partners erfolgen. Dabei kann sich unter anderem an der Münchner Kreislaufwirtschaftsstrategie (MKWS) orientiert werden, die vom Stadtrat im Dezember 2025 beschlossen wurde. Auf diese Weise wollen wir Synergien zwischen Umwelt-, Wirtschats- und Stadtentwicklungszielen nutzen und die lokale Wertschöpfung, Beschäftigung und gesellschaftliche Teilhabe stärken.
In einem ersten Schritt auf dem Weg zur Osnabrücker Kreislaufwirtschaftsstrategie soll die Verwaltung erst einmal eine Übersicht aller bestehenden und geplanten Aktivitäten im Bereich der Osnabrücker Kreislaufwirtschaft sowie darüber hinaus gehende konkret denkbare Maßnahmen im Rahmen eines Katalogs vorlegen, der in einem zweiten Schritt als Grundlage für eine Kreislaufwirtschaftsstrategie dienen kann.
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Arbeit, Wirtschaft | Entsorgung, Abfall | Klimaschutz | Natur und Umwelt | News
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