BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Ratsfraktion Osnabrück

Neukennzeichnung alter Fahrradstraßen in Osnabrück

Neukennzeichnung alter Fahrradstraßen in Osnabrück / Anfrage der Gruppe Grüne/SPD/Volt im Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt am 12.03.2026

04.03.26 –

Sachverhalt:

Osnabrück hat sich mit dem Design-Baukasten für Fahrradstraßen einen vorbildlichen Rahmen für die Markierung und Kennzeichnung von sicheren und nutzerfreundlichen Fahrradstraßen gegeben. Die ersten neugestalteten Fahrradstraßen zeigen so ihre Wirkung in ihrer eindeutigen Sichtbarkeit im Straßenbild.

Die älteren Fahrradstraßen in Osnabrück sind derzeit nur unzureichend und teilweise nur einseitig beschildert bzw. markiert und werden deswegen vom motorisierten Individualverkehr (MIV) nicht als solche wahrgenommen. Dadurch kommt es zu Gefährdungen des Radverkehrs. Dies widerspricht nicht nur den Zielen unserer Stadt zur Förderung des Radverkehrs, sondern auch den Zielen des Straßenverkehrsgesetzes (StVG), der Straßenverkehrsordnung (StVO) sowie der zugehörigen Verwaltungsvorschrift.

Um dort für alle Osnabrücker:innen ein sicheres und komfortables Radfahren gewährleisten zu können, bietet es sich an, dass alle Fahrradstraßen in der Stadt entsprechend des bereits in der Weststadt, Wüste, Sutthausen und Schinkel angewandten Designs gleich gekennzeichnet werden.

Im Sinne der Stärkung der Verkehrssicherheit fragen wir daher die Verwaltung:

  1. Wann wird die neue, einheitlichen Kennzeichnung („Design-Baukasten“, Anpassung der Beschilderung und Markierung) für die Fahrradstraßen im Bestand angewandt und in welcher Reihenfolge?
  2. Der Straßenzug Kommenderie-/Kolping-/Lyrastraße wird für die Zeit der Bauarbeiten am Neumarkt als Fahrradstraße aufgehoben. Welche Pläne hat die Verwaltung, um vor Ort dennoch einen sicheren Radverkehr zu gewährleisten?
  3. Ist geplant, die Fahrradstraßen im Geodatenportal für das Radverkehrsnetz der Stadt mit einer eigenen Kategorie und Kennzeichnung in die Karteninhalte aufzunehmen?

In ihrer Mitteilungsvorlage vom 15.04.2026 antwortete die Verwaltung wie folgt:

Zu 1.:

Es ist vorgesehen, dass Fahrradstraßen auf den Velorouten des Radverkehrsnetzes eingerichtet werden. Hierzu sollen Arbeitspakete geschaffen werden, die mehrere Straßenzüge enthalten. In diesen Arbeitspaketen sollten auch die bestehenden Fahrradstraßen mit eingebunden sein, sodass diese – straßenweise als einzelne Planungsprojekte betrachtet – hinsichtlich ihrer Gestaltung und Funktionalität geprüft werden.

Grundsätzliches Ziel ist es die Elemente des Gestaltungsleitfadens für Fahrradstraßen in Osnabrück in den bestehenden Fahrradstraßen – je nach Möglichkeit – unterzubringen. Je nach Straßenzug ist dabei abzuwägen, welche Elemente zielführend und wirtschaftlich einzusetzen sind.

Die Anordnung einer Fahrradstraße kann zur Gefahrenabwehr auf Grundlage von Erhebungen oder aber aus z. B. städtebaulichen und klimatischen Gesichtspunkten erfolgen. Für letzteres ist ein verkehrsplanerisches Gesamtkonzept (u.a. mit Bezug auf Verkehrsverlagerungen) für die Einrichtung der Fahrradstraße – wahrscheinlich für jede einzeln – zu erstellen. Unter diesen Gesichtspunkten sind die bestehenden Fahrradstraßen noch einmal zu betrachten.

Eine belastbare Aussage zur zeitlichen Perspektive der Planung und Umsetzung dieser einzelnen Maßnahmen kann an dieser Stelle aus kapazitären Gründen leider nicht genannt werden.

Zu 2.:

Die bauzeitliche Verkehrsführung für den Radverkehr im Bereich Kommenderie-/Kolping-/Lyrastraße befindet sich derzeit noch in Abstimmung zwischen den beteiligten Dienststellen, der SWO-Mobil sowie der Unteren Verkehrsbehörde. 

Im genannten Abschnitt besteht während der Bauphase die besondere Herausforderung, mehrere Bushaltestellen unterbringen zu müssen. Aufgrund der zu erwartenden größeren Anzahl an Fahrgästen müssen dort ausreichend dimensionierte und sichere Aufstellflächen zum Warten geschaffen werden. 

Vor diesem Hintergrund steht im Straßenraum aktuell nicht ausreichend Platz zur Verfügung, um zusätzlich separate Radverkehrsanlagen einzurichten. Als mögliche Alternative zum temporären Wegfall der Fahrradstraße wird derzeit zwischen den beteiligten Stellen sowie der Unteren Verkehrsbehörde unter anderem die Möglichkeit geprüft, entsprechende Piktogramme für den Radverkehr auf der Fahrbahn aufzubringen, um die Sichtbarkeit des Radverkehrs in diesem Abschnitt zu unterstützen.

Zu 3.:

Die Aufnahme der Fahrradstraßen als eigenständige Ebene ist im Kartendienst „Radnetz“ innerhalb des Geodatenportals vorgesehen. Über die Ebenensteuerung können somit zukünftig die entsprechenden Abschnitte dargestellt werden.

Eine Einbindung der Fahrradstraßen in den Kartendienst ist im zweiten Quartal 2026 geplant.

Kategorie

Anfrage | Stadtentwicklung | Verkehr

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